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21. September 2011 – 31. Januar 2012

Brett Bloom,  Joerg Franzbecker, Flo Gaertner, Suchan Kinoshita, Katrin Mayer und Ines Schaber in Kooperation mit Studierenden des Bachelor Medien und Kunst der ZHdK

In dem aktuellen Projekt wird der Kunsthof in seine Funktionen als Produktionsort, Referenz sowie sichtbares und "unentscheidbares" Zeichen einer Verbindung zwischen der Institution ZHdK mit ihrem urbanen Umfeld aufgefächert. Es sollen so die derzeit in einem derartigen institutionellen Setting aktuellen Fragen nach dem Umfang künstlerischer wie kuratorischer Tätigkeiten und Wissensproduktion gestellt werden. Darüber möchte das Projekt die am Ort des Kunsthofs wirkende Schnittstelle zwischen Kunstproduktion und öffentlichem Raum erweitern. Hierzu wurden vom Gastdozenten der Vertiefung Bildende Kunst Joerg Franzbecker (Berlin) die Künstler_innen Brett Bloom (Kopenhagen / Chicago), Suchan Kinoshita (Maastricht), Katrin Mayer und Ines Schaber (beide Berlin) sowie der Grafiker Flo Gaertner (Karlsruhe) eingeladen, um gemeinsam mit den Studierenden des Bachelor Medien und Kunst der ZHdK eine orts- wie formatübergreifende Darstellung zu erarbeiten.


Der Grafiker Flo Gaertner denkt in seinem Beitrag den Ort des Kunsthofes als Informationsträger. Hierfür hat er ein Stencil-Alphabet gestaltet, dass den Beteiligten zur Verfügung steht, um mittels gleichgestalteteter Textkörper Formen der Äusserung, Ansprache und Mitteilung, aber auch eines Miteinandersprechens einzuüben. Was wird gesagt? Wer spricht? Wer sind die Adressaten? Der Kunsthof wird bis Ende Januar 2012 für die Beteiligten zu einem sich kontinuierlich erweiternden Textboard, in dem Vielfalt und Vielstimmigkeit ausdrücklich erwünscht sind.

21. September 2011, 19 Uhr
Raum 108, Sihlquai 125, Zürich

Die Künstlerin Ines Schaber thematisiert in ihrem Beitrag Fragen einer künstlerischen Wissensproduktion. Ausgangspunkt ist dabei das fotografische Archiv. Wissen wird hier jedoch nicht als absoluter Begriff, sondern eher als ein Zusammenspiel von Handlungen verstanden, die wir um die Fotografie anwenden und die uns Information, Kontext und Intentionen für unser Verständnis von Bildern anbieten. Ines Schaber stellt die Fragen nach der Praxis mit der Fotografie, die in verschiedenen Archiven anders genutzt, eingeordnet und damit auch verändert und eingeschränkt werden. Die Vielzahl der Handlungen wird so vom Archiv bestimmt und folgt nicht der Logik der Arbeit selbst. Warum das Verhältnis von Fotografie und künstlerischer Fotografie dabei so interessant ist und warum die verschiedenen Felder und Diskurse sich in die Fotografie einschreiben erörtert Ines Schaber am Beispiel von Arbeiten von Dorothea Lange, David Goldblatt und Gitte Villesen.

14.-18. November 2011
Ausstellungsraum, 3. Stock, Pfingstweidstrasse 6, Zürich

Katrin Mayer beschäftigt sich in ihrer künstlerischen Arbeit mit den Bedingungen von Raum, dem Verhältnis von Innen und Aussen, Hülle und Kern und eben auch Werk und Beiwerk. Die Ausstellung eines Materials ist mit diesem so verwoben, dass eine Differenz zwischen dem Ausgestellten und dem Ausstellen aufgehoben wird. Innerhalb des Kunsthof Projektes wird Katrin Mayer Materialien als Bedeutungsträger vorstellen. Sie nimmt dabei Bezug zur  "Bekleidungsthese" von Gottfried Semper und schlägt das Fadenspiel der Navajo-Indianer als eine Möglichkeit des Eingreifens im Raum vor.

Gemeinsam mit den Studierenden möchte die Künstlerin Suchan Kinoshita einen "Acte de Présence" einüben. In einem solchen schaffen einzelne Handlungen, die sich miteinander verbinden lassen, einen gemeinsamen Raum. Vorlage für diese Anordnung, in der die Rollenzuordnungen in Bewegung bleiben, ist eine Partitur des Schweizer Komponisten Urs Peter Schneider. Suchan Kinoshita wird in einem offenen Gespräch Spielräume der Aus- und Aufführung innerhalb präzise gesetzter Vorgaben vorstellen und dabei ein Bewußtsein dafür schaffen, wie sich Zeit denken und einsetzen lässt. 

Brett Bloom ist Künstler, Verleger und Aktivist, der in fast ausschliesslich kollaborativen Tätigkeiten verschiedene öffentliche Räume bespielt sowie Fanzines, Zeitungen, Plakate und Bücher publiziert. Er steht für eine spezifische künstlerische Praxis, die eben auch Bildungs- und Demokratiearbeit sein kann. Brett Bloom wird seine Praxis innerhalb eines Vortrags mit anschliessender Diskussion präsentieren. Darüber hinaus wird er mit den Studierenden im Rahmen eines Workshops den Möglichkeiten unterschiedlicher Printformate sowie die damit verbundene Dissemination und Distribution als Teil künstlerischer, kuratorischer und aktivistischer Arbeit nachgehen.

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Stencils
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